Service-Tipp: Wie man einen alten gegen einen neuen Datenlogger austauscht

Service-Tipp: So tauscht ihr eine SMA Sunny WebBox gegen einen SMA Data Manager M aus

PV-Anlagen haben dank ihrer verschleißarmen Technologie oft eine sehr hohe Anlagenlaufzeit. Der Markt entwickelt sich kontinuierlich: Anlagenbetreiber werden vom Volleinspeiser zum Eigenverbrauchsoptimier oder künftig auch zum Prosumer, der über die Direktvermarktung attraktive Zusatzerlöse für den Solarstrom von ihrem Dach erzielt. Dafür kann es sinnvoll sein, veraltete Datenlogger zu modernisieren.

Wie PV-Anlagenbetreiber:innen ihre PV-Anlage mit einem neuen Datenlogger modernisieren, zeigt die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung: So tauscht ihr eine SMA Sunny WebBox gegen einen SMA Data Manager M aus.

Den nicht selbst verbrauchten Solarstrom direkt vermarkten zu können, ist ein Anreiz, in einen neuen Datenlogger zu investieren. Diese Möglichkeit erschließt Betreibern privater PV-Anlagen eine zusätzliche Einnahmequelle und schöpft das komplette Volumen des selbst produzierten Solarstroms aus. Zudem bieten moderne Datenlogger wie der SMA Data Manager M Möglichkeiten zum Online-Monitoring, mit denen Betreiber alle wichtigen Informationen und Daten zu ihrer PV-Anlage im Blick behalten.

 

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum neuen Datenlogger

Um diese Vorteile nutzen zu können, tauschen wir den alten Datenlogger Sunny WebBox gegen einen modernen SMA Data Manager M Lite aus. Der Anlagenbetreiber speist seit 2008 mit drei Wechselrichtern, einer Sunny Sensor Box und einer Sunny WebBox Solarstrom in das öffentliche Stromnetz ein. Einer der Wechselrichter (Sunny Boy 5000TLHC) wurde im Rahmen eines Feldtests gegen einen neuen Wechselrichter Sunny Tripower 6.0 ersetzt.

 

1. Vorbereitung, Austausch und Verdrahtung der Geräte
Zunächst wird der neue Datenlogger anstelle des alten montiert und verkabelt. Hierfür müssen die drei mit der Sunny WebBox verbundenen Kabel – Netzwerk-, Strom- und Verbindungskabel zu den Wechselrichtern – ausgesteckt und das Gerät von seiner Wandhalterung gelöst werden.

Sunny Webbox Datenlogger - Vorbereitung, Austausch und Verdrahtung der Geräte

An derselben Stelle kann der SMA Data Manager M Lite montiert und mit den drei Kabeln verbunden werden. Die Kabelbelegung ist aus der Schnellanleitung, die dem Gerät beiliegt, ersichtlich. Zur Spannungsversorgung kann entweder das Netzteil der Sunny WebBox beibehalten oder stattdessen ein Hutschienen-Netzteil eingesetzt werden. Mit dem SMA Data Manager M Lite werden zwei Aufkleber mit wichtigen Geräteinformationen geliefert. Es empfiehlt sich, einen auf dem Gerät anzubringen. Der zweite kann zur Anpassung der Anlagendokumentation verwendet werden.

SMA Data Manager M Lite montieren und mit den drei Kabeln verbinden

 

2. Anpassung der Netzwerkkonfiguration
Zur Konfiguration der Netzwerkeinstellungen des SMA Data Manager M Lite ist der Zugriff auf den Netzwerkrouter der Anlage – in diesem Fall eine Fritz!Box – erforderlich. Dafür muss die Netzwerkadresse des SMA Data Manager auf die 192.168.188.210/24 geändert und zusätzlich auf Basis der MAC-Adresse fest zugeordnet werden. Nachdem diese Anpassungen gespeichert wurden, muss der Router neu gestartet werden, damit der SMA Data Manager die Änderungen übernimmt.

 

3. Inbetriebnahme des SMA Data Manager M Lite
In Betrieb genommen wird der neue Datenlogger am PC über den Webbrowser, der Zugriff auf die Benutzeroberfläche des SMA Data Manager M Lite bietet. Hierfür gibt man einfach die eben vergebene IP-Adresse im Webbrowser ein. Damit die Verbindung zur Benutzeroberfläche hergestellt werden kann, muss das SMA Zertifikat als Ausnahme hinzugefügt werden. Anschließend wird die Startseite des Konfigurationsassistenten angezeigt. Dieser Assistent führt Schritt für Schritt durch die Inbetriebnahme bis zur Geräteerfassung.

Data Manager M Lite Dashboard

In diesem Fenster wird unten der Eintrag „SMA Data-Geräte“ angezeigt. „SMA Data“ ist die Bezeichnung des Kommunikationsprotokolls der SMA Geräte, die über die Schnittstelle RS-485 verbunden sind. Ein Klick auf das Zahnrad öffnet die „Geräteregistrierung“. Hier kann die Kommunikationsgeschwindigkeit angepasst werden. Dabei ist zu beachten, dass Geschwindigkeiten über 1200 Baud (1 Baud entspricht der Übertragung eines Symbols je Sekunde) nur dann ausgewählt werden dürfen, wenn alle Geräte im RS-485 Bus diese unterstützen. Da dies hier nicht der Fall ist, wird die Geschwindigkeit 1200 Baud beibehalten.

Die Geräte „erkennen“ sich nach der Registrierung automatisch und werden hier angezeigt. Mit einem Klick auf die Checkbox vor dem Gerätenamen werden sie aktiviert. Dann ist es möglich, den Gerätenamen zu ändern. Der Assistent führt durch die weitere Installation. Nach Abschluss ist der Zugriff auf das Dashboard und alle Details der Geräte über den SMA Data Manager möglich.

Data Manager M Lite Dashboard

 

4. Datenübernahme und Konfiguration im Sunny Portal powered by ennexOS
Damit Anlagenbetreiber die Daten ihrer Anlage jederzeit im Blick behalten können, empfiehlt es sich, den SMA Data Manager M Lite im Sunny Portal powered by ennexOS hinzufügen. Das Online-Portal bietet Betreibern und Installateuren jederzeit einen Überblick über alle wichtigen Status-Informationen, Daten und Erträge der PV-Anlage. Seine Vorteile spielt das Portal vor allem in Kombination mit dem SMA Data Manager M Lite aus, der die Datenbasis für ein zukunftsfähiges Online-Monitoring liefert. Um den neuen Datenlogger hinzuzufügen, muss man im Sunny Portal powered by ennexOS auf der Seite „Konfiguration“ eine neue Anlage anlegen. Hier öffnet sich erneut ein Assistent. Die Daten der ausgetauschten Sunny WebBox können ganz einfach durch einen Klick auf „Datenübernahme aus einer bestehenden Sunny Portal-Anlage“ übernommen werden.

Datenübernahme bestehende Sunny Portal Anlage

Im nächsten Schritt muss die neu angelegte Anlage hier ausgewählt werden. Dann führt der Assistent durch den weiteren Prozess, in dem die übernommenen Daten angepasst werden können. Der SMA Data Manager M Lite wird anhand seiner PIC und RID identifiziert. Nach Abschluss des Assistenten importiert dieser die Daten aus dem Sunny Portal in das Sunny Portal powered by ennexOS, das die wichtigsten historischen und zukünftigen Daten detailliert anzeigt. Abschließend muss die Datenannahme der Geräte in der Bestandsanlage im Sunny Portal deaktiviert werden, um die Daten der Geräte beizubehalten, aber keine Ereignismeldungen wie „Kommunikationsstörung“ zu erhalten.

Um noch mehr Einblick in Status und Performance der PV-Anlage zu erhalten, kann man im Sunny Portal powered by ennexOS zusätzlich einen Ereignisreport und einen Inforeport aktivieren und die Zuweisung der Sensorwerte von den kostenfreien Satellitendaten auf die in der Anlage vorhandene Sunny Sensor Box anpassen. Zum modernen Anlagenmonitoring mit Erweiterungspotenzial für zukünftige Neuerungen kann man noch den Wechselrichtervergleich aktivieren und die PV-Ertragserwartung anpassen.

 

Die Sunny WebBox und ihre Nachfolger

Die Sunny WebBox ist eine Kommunikationsschnittstelle zwischen PV‑Anlage und Betreiber. Sie ermöglicht die Überwachung der Anlage, die Anlagenkonfiguration über das Sunny Portal und erkennt frühzeitig Betriebsstörungen. Seit der Abkündigung der Sunny WebBox im Oktober 2015 lassen sich SMA Wechselrichter der neuen Generationen über die serienmäßige Webconnect-Schnittstelle ohne Zusatzgeräte ins Sunny Portal integrieren. Das intelligente Energiemanagement für die optimale Nutzung des Solarstroms übernimmt der Sunny Home Manager 2.0. Weitergehende Monitoring-Funktionen und Direktvermarktungsschnittstellen, insbesondere für größere PV-Anlagen, bietet der SMA Data Manager M.

Weiterführende Informationen und Details zum SMA Data Manager und zu Sunny Portal powered by ennexOS findet ihr in den umfangreichen Webinaren der SMA Solar Academy.

Repowering bringt wieder mehr Strom vom eigenen Dach

PV Repowering – der Austausch alter Hardware durch neue – ist immer dann sinnvoll, wenn Wechselrichter, Module und weitere Geräte so alt sind, dass die PV-Anlage auf dem eigenen Hausdach nicht mehr die gewünschten Erträge liefert, hohe Reparaturkosten verursacht oder keine Ersatzteile mehr verfügbar sind. Ein neuer Wechselrichter steigert die Erträge und ist dazu meist noch kostengünstiger und kleiner als die ursprünglich installierte Hardware. Außerdem bieten moderne Wechselrichter viele Features, die ihre Vorgänger noch nicht hatten: Sie können zum Beispiel Strom in einer Batterie speichern, sodass die Anlagenbetreiber ihr Eigenheim unabhängig vom Wetter und steigenden Energiepreisen mit selbst produziertem Solarstrom versorgen können. Sie können ihre PV-Anlage auch mit ihrer Heizung und einer Ladesäule für Elektroautos koppeln. PV Repowering verlängert zudem die Lebensdauer der Anlage, macht die Investition zukunftssicher und erneuert die Werksgarantie.

 

SMA Repowering App

Ihr habt eine bestehende Anlage und wollt eine oder mehrere Komponenten modernisieren? Dann schaut gerne in die SMA Repowering App. Hier bekommt ihr einen guten Überblick über neue passende Geräte.

Zur SMA Repowering App

 

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>