Think Opex*

Michael Ploechl, Expert in Operation & Maintenance Solutions

Speicher- und PV-Kraftwerke sind systemrelevant. Ohne sie kann die Energiewende nicht gelingen. Wenn ein Kraftwerk ausfällt, geht es schnell um richtig viel Geld. Michael Plöchl ist der Leiter des SMA Monitoring-Standorts in Deutschland und sorgt mit seinem Team dafür, dass genau das nicht passiert. In den beiden SMA Monitoring Centern in den USA und Deutschland analysieren Expertenteams die Systemleistung von Kraftwerken weltweit rund um die Uhr und in Echtzeit. Die Profis in Rocklin und Ulm sorgen dafür, dass alles rund läuft. Im Interview erzählt er, warum die Betriebskosten wichtiger sind als die Investitionskosten und wie ihn Kaninchen gelegentlich doch aus der Ruhe bringen.

 

Womit beginnt dein Arbeitsalltag im O&M Center üblicherweise?

Wir starten meist mit akuten Fällen. Das ist ein schönes Warm-up und bringt oft auch neue Impulse. Heute habe ich mit einem Kollegen Lösungsansätze zur Behebung von Kommunikationsproblemen in einem Back-up-System in Spanien diskutiert. Kommunikationsschwierigkeiten und Isolationsmängel zählen zu den häufigsten Fehlerquellen in Kraftwerken.

 

SMA Monitoring

Mit zwei Monitoring Centern in Ulm, Deutschland, und Rocklin, Kalifornien, überwacht SMA Solar- und Speicherkraftwerke weltweit rund um die Uhr.

Warum ist die kontinuierliche Überwachung des Anlagenbetriebs so entscheidend?

Der Ausfall einzelner Komponenten oder gar ganzer Kraftwerke geht mit ausgefallener Energielieferung einher, die sich niemand leisten kann oder will.

In Solaranlagen und PV-Kraftwerken bedeutet ein Ausfall den Verlust von Energie und Einspeiseleistung. Für die Energie, die nicht geliefert und genutzt werden kann, geht dem Betreiber Umsatz verloren. Bei kleineren Anlagen, die auf Eigenversorgung mit Solarstrom setzen, muss die Energie dann teuer zugekauft werden.

In Speicherkraftwerken ist eine nicht verfügbare Leistung oft gleichzusetzen mit einem instabilen Netz. Daraus folgen unter Umständen „Strafzahlungen“ an den Netzbetreiber, weil das Kraftwerk die versprochene Leistung nicht geliefert hat. Das kann schnell sehr teuer werden. Deshalb überwachen wir die Speicherkraftwerke rund um die Uhr.

 

Wo liegen die häufigsten Gründe für Ertragsausfälle und was setzt O&M dem entgegen?

Eine vorbeugende Wartung ist immer die beste Vorsorge, damit es gar nicht erst zu einem Ausfall kommt. Unsere technisch erfahrenen Teams können sogar bevorstehende Ausfälle von Einzelkomponenten präzise vorhersagen. Sie erkennen schon erste Anzeichen für einen kommenden Defekt und können die betroffene Komponente tauschen, bevor es überhaupt zu einem Ausfall kommt.

Wenn doch eine Komponente ausfällt, erfassen wir das mit unseren Monitoring-Centern in Deutschland und Kalifornien sehr schnell. Dadurch, dass wir alle Zeitzonen weltweit abdecken, können wir entsprechend zügig reagieren. Das wissen unsere Kunden sehr zu schätzen.

 

Wer sind die Auftraggeber und wann werden sie auf euch aufmerksam?

Wir übernehmen den Betrieb und die Wartung oft für Eigentümer oder Investoren der Kraftwerke, mit denen wir auch im Projektgeschäft zusammenarbeiten. Sie kennen die Qualität unserer Systeme und wissen, dass wir sehr erfahren sind. Mehr und mehr kommen aber auch Betreiber auf uns zu, die bisher noch gar nicht wussten, dass wir diese Services auch für Fremdkomponenten anbieten. Sie fragen uns an,  weil wir auf anderen Gebieten mit unseren Leistungen überzeugt haben, oder weil sie darüber von anderen gehört haben. Das freut uns natürlich, denn Empfehlungen sind wie ein Ritterschlag.

 

SMA Solarfeld

Der proaktive Blick auf die Kraftwerk-Performance lohnt sich: Regelmäßig gewartete PV- und Speicherkraftwerke erzeugen bis zu 30 Prozent mehr Leistung.

Worin unterscheiden sich die Leistungen für Solar- und Speicherkraftwerke?

Die Anforderungen bei einem Speicherkraftwerk sind durch die angeschlossenen Batterien wesentlich komplexer. Sie müssen rund um die Uhr Energie liefern können. Deshalb ist hier die Überwachung 24/7 auch elementar. Grundsätzlich bekommen aber alle Anlagen in unserem Bestand die gleiche Aufmerksamkeit und werden optimal gewartet.

Das geht dann bis zur Performance-Garantie. Damit sichern wir unseren Kunden zu, dass sie eine bestimmte Mindestverfügbarkeit der Anlage erwarten können. Das stellen wir durch unser Monitoring sicher. Ist die Performance unterdurchschnittlich oder fällt gar aus, setzen wir sie so schnell wie möglich wieder in Betrieb. Die Bandbreite reicht dann von der einfachen Parameteranpassung bis zum Einsatz vor Ort. Bei Nichterreichen der Ziel-Performance zahlen wir je nach vertraglich festgelegter Performance eine Ausgleichszahlung an den Kunden.

 

Ab wann lohnt sich O&M?

Guter Service lohnt sich immer, denn jede Anlage sollte über die gesamte Lebensdauer so reibungslos und wirtschaftlich wie möglich betrieben werden.
Bei Dachanlagen bis 100 kWp Leistung bietet der Fachhandwerker vor Ort sicher einen guten Service.

Geht es um größere Anlagen oder Kraftwerke im Megawattbereich, ist ein professioneller O&M-Dienstleister gefragt. Denn hier gilt es, neben der reinen Anlagenüberwachung auch viele weitere Aspekte zu beachten wie Arbeitssicherheit, Fernwartungsmöglichkeiten, Datensicherheit nach internationalen Standards oder die Kommunikation zum Energieversorger.

 

Gibt es regionale Unterschiede oder Herausforderungen?

Da gibt es einige. In Amerika und Kanada sind Anlagen beispielsweise deutlich größer als in Europa oder Asien. Die Umweltauflagen unterscheiden sich aufgrund örtlicher Gegebenheiten teilweise sogar innerhalb eines Landes sehr. Sicherheit bei Service-Einsätzen ist extrem wichtig, das Thema Arbeitsschutz wird regional jedoch sehr unterschiedlich gehandhabt. Aber wir wären auch nicht hier, wenn wir nicht jede Herausforderung lösen könnten. Hier ist unser globales Service-Netzwerk ein klarer Vorteil, denn dadurch kennen wir die regionalen Anforderungen und können angemessen agieren.

 

Was macht SMA O&M Solutions anders als der Wettbewerb?

SMA ist jetzt seit 40 Jahren auf dem PV-Markt tätig und wir können auf eine entsprechend lange Erfahrung blicken. Mehr als 500 Mitarbeiter entwickeln bei uns Hardware und Software-Lösungen, und wir kennen das Projektgeschäft von Anfang an. Dadurch wissen wir sehr genau, worauf es ankommt und wo Fallstricke liegen können. Wir denken die gesamte Anlagenlebensdauer mit und zeigen unseren Kunden Optimierungspotenziale auf, damit sie ihre Anlagen und Kraftwerke noch wirtschaftlicher betreiben können. Das fängt bei Kleinigkeiten an wie etwa der Verbesserung der Anlagen-Performance durch eine Beschichtung oder Versiegelung der Solarmodule und endet bei gesamtheitlichen Modernisierungslösungen, die die Anlagenlebensdauer verlängern und die Erträge maximieren. Wenn man eine Anlage lange kennt und über den Tellerrand schaut, holt man für den Kunden immer das Beste raus.

 

Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen den SMA O&M Centern Ulm und Rocklin aus?

In den Übergabezeiten tauschen wir uns eng zum aktuellen Status aus. Dabei gehen wir Besonderheiten des Tages durch und prüfen für eine nahtlose Übernahme alle unsere Systeme durch. Dann geht das eine Team in den Feierabend und das andere beginnt.

 

Was war bisher der kurioseste Auftrag?

Technisch gibt es eigentlich nichts, was nicht irgendwie zu lösen wäre. Kurios wird es aber oft, wenn die Natur ins Spiel kommt. So hatte sich im Bereich eines Kraftwerks in Deutschland mal eine Hamsterpopulation angesiedelt. Da die Tiere unter Naturschutz stehen, haben wir das Monitoring des Feldhamsters gleich mit übernommen. 😉

In einigen Regionen kommt es auch immer mal wieder vor, dass Kaninchen ihre Bauten unter Anlagenteile graben. Das sind dann echte Herausforderungen. Überhaupt lieben Tiere scheinbar die Wechselrichter. Wir hatten schon Bienenstöcke, Vogelnester, Ratten und Schlangen in den Gehäusen. Die sogenannte Schädlingskontrolle ist eine oft unterschätzte Herausforderung. Denn was auf Bildern oft niedlich aussieht, kann die Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks tatsächlich gefährden.

 

Was schätzt du an deinem Job besonders?

Ich mag es besonders, dass eigentlich kein Tag wie der andere ist. Ein kleines technisches Problem bringt manchmal ganz neue Aspekte und Lösungsideen ins Spiel. Glücklicherweise können wir auf einen riesigen Erfahrungsschatz zurückgreifen und meistern als internationales Team fast jede Herausforderung. Das ist ein schönes Gefühl.

Und dann liebe ich natürlich das gemeinsame Kuchenessen an Geburtstagen. Das kommt leider in der Corona-Zeit viel zu kurz. Dafür muss dann der erste Geburtstagskuchen nach der Pandemie umso größer werden. 😉

 

Was müsste es unbedingt noch geben, um den O&M-Alltag zu vereinfachen?

Eine 100-prozentig stabile Kommunikation. Denn dann wären wir schon mal einen Großteil der Fehleranfälligkeiten los. Und eine vorausschauende Wartung, die Fehler möglichst erkennt, bevor sie auftreten. Aber daran arbeiten wir mit „Predictive Maintenance“ bereits. 😊

 

*Operational Expenditure, Engl. für Betriebskosten. Im Unterschied dazu Capex, Capital Expenditure, Engl. für Investitionskosten.

 

Zur Person

Sichere Energieversorgung mit Solar- und Speicherkraftwerken und dabei stets den Kunden und die Wirtschaftlichkeit der Kraftwerke im Fokus. Das ist das Spezialgebiet von Michael Plöchl. Der Ingenieur der Elektrotechnik mit Fachrichtung Energietechnik etabliert kundenorientierte Service-Lösungen mit internationalem Weitblick und scheut dabei keine Herausforderung.


SMA Operations & Maintenance: Maßgeschneiderte Lösungen für mehr Rendite

Regelmäßig gewartete PV- und Speicherkraftwerke erzeugen bis zu 30 Prozent mehr Leistung. Um eine maximale Rendite zu erzielen, lohnt sich daher ein proaktiver Blick auf die Performance des Kraftwerks. SMA Operations & Maintenance Services sorgen für maximale Erträge und Systemverfügbarkeit. SMA gehört mit einem Portfolio von mehr als 4,5 Gigawatt Anlagenleistung zu den besten O&M-Anbietern weltweit.

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